Da Nang – Hoi An

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14. März 2015 von Meeresbrise


Hoi An 21Klickt auf die Bilder, dann könnt Ihr sie auch größer betrachten.

Da Nang 

Nach der Ankunft im Hafen warteten bereits die Busse auf die Gäste, die über die Reederei ihre Ausflüge gebucht hatten. Da Nang verfügt über einen Industriehafen, der leider beim Einlaufen keine Romantik verspüren lässt. Interessant ist es allerdings schon, auf welche Art und Weise hier noch Schiffe verladen werden. Umständlich und sehr zeitaufwendig erfolgt oft die Beladung und auch die Sicherheitsbestimmungen werden hier nicht groß geschrieben.

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Nicht weit vom Hafen beginnt das Leben in Da Nang. Rechts der Straße liegt der Strand, fein und weich der Sand, Wellen schwappen träge ans Ufer. Links der Straße stehen Baracken und Hangars, mit Flechten und rissigen Wänden, hinter Mauern, geschätzte acht Meter hoch, wie düstere Klötze im Paradies. Das sind die Flughäfen der US-Armee für Hubschrauber. da Nang 2

Die Soldaten kamen, um sich auszuruhen. Sie hatten Bomben geworfen auf vietnamesische Dörfer und Agent Orange versprüht auf die Reisfelder der Bauern.

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Ringsum Da Nang findet man viele Reisfelder auf denen die Einheimischen mit Ihren Tieren heute arbeiten.

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Hier nach China Beach kamen sie an den Wochenenden, um zu schwimmen und zu schlafen. Um eine schöne Zeit zu haben. Die Gedanken an das, was hier einst passiert ist, sind bedrückend. 1,5 Millionen Tote, unzählige Verwundete. Noch immer gehen fast täglich amerikanische Sprengkörper in die Luft. Ganze Landstriche sind mit dem Entlaubungsmittel Agent Orange verseucht, bis heute werden Kinder geboren, die verstümmelt sind, Kinder ohne Beine, ohne Augen, oder mit drei Armen.

Die Neuzeit und Vergangenheit liegen hier nur durch eine Straße getrennt.

35 Jahre sind seither vergangen. Eine Generation, ein halbes Menschenleben erst. China Beach heißt jetzt Danang Beach. Der Tourismus boomt und so entstehen immer mehr Hotels hier am Stand.

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50 Jahre laufen die Pachtverträge der Hotelketten. Darum wird investiert: Milliarden fließen in Luxus-Suiten, Restaurants und Wellness-Anlagen wie das „Hyatt Regency Resort and Spa“. Das „Nam Hai“ ist schon fertig, es gilt als eines der schönsten Hotels in Vietnam. Auch außerhalb der Saison ist es ausgebucht, Gäste aus den USA, aus Asien und Europa sonnen sich an Pools, lassen sich vom Butler Obst servieren und Weißwein aus Frankreich, eisgekühlt.

Danang Beach ist 91 Kilometer lang. So weit das Auge reicht, ragen Bauzäune und Kräne in den Himmel, Lastwagen karren Steine heran, Arbeiter mit Atemschutz tragen Lasten durch den Staub.

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Vereinzelt stehen Fischerhütten an der Böschung, liegen einige traditionelle Rundboote aus Bambusgeflecht am Wasser.

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In Da Nang entsteht eine schöne Touristenregion, die aber sicherlich noch viele Jahre braucht, bis auch die notwendige Infrastruktur vorhanden ist. Ob sich die Vietnamesen sich so eine Zukunft nach dem Krieg vorgestellt haben? Sicherlich nicht. Durch den Krieg haben sie ihr Land nicht verloren, jetzt aber vielleicht durch das Geld der Ausländer. Es ist erschreckend und beeindruckend zu gleich, wie sich dieses Land verändert. Uns hat Da Nang sehr gut gefallen. Auch wenn heute dort noch lange nicht alles perfekt ist, ein  Aufenthalt in dieser Stadt lohnt sich bereits heute.

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Im nahen Küstenstädtchen Hoi An sind die Folgen des Krieges Vergangenheit. Häuschen und Tempel stehen dicht an dicht, aus Cafés und Garküchen duftet es nach Gebäck und Koriander, Schneidereien bieten Anzüge nach Maß, dazwischen Kulis, Kinder und vor allen Dingen viele viele Mopeds und Touristen.

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Hoi An ist eine charmante, verschlafene Hafenstadt am südchinesischen Meer in Zentralvietnam mit ca. 70.000 Einwohnern, die ca. 30 km von Da Nang (Danang) entfernt liegt. Die Altstadt Hoi Ans wurde 1999 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Seid deshalb nicht überrascht dort entsprechend viel Touristen anzutreffen.

Da wir nicht wussten, ob wir vom Hafen aus privat einen Transfer buchen konnten, hatten wir bereits von Deutschland aus über die Reederei gebucht. Wie wir aber auch hier feststellten, ist es überhaupt kein Problem, direkt am Hafen ein Taxi zu bekommen. Die Kosten belaufen sich ungefähr Hoi An 6auf ein Drittel des Preises der Reederei. Wenn man direkt ein Taxi am Hafen bucht hat es den Vorteil, dass man sich auch gleich zusätzlich zu dem nahegelegenen Strand fahren lassen kann. In der Regel warten die Taxifahrer immer Vorort. Bezahlt wird erst bei der Rückkehr am Schiff. Der Preis sollte natürlich vorher ausgehandelt werden und die Route und Dauer muss der Fahrer verstehen, sonst kann es während der Fahrt zu Problemen kommen. Wir empfehlen immer eine kleine Karte dabei zu haben, damit dem Fahrer die Route genau erklärt werden kann. Die Uhrzeiten kann man dann aufschreiben, so dass auch der Fahrer alles versteht. Wichtig ist, dass die Fahrer immer „ja ja“ sagen, egal ob sie es verstehen oder nicht. Meistens können sie nur sehr gebrochen Englisch sprechen und mit der Aussprache ist es auch nicht so einfach.

 

Die historische Altstadt von Hoi An liegt in Zentral-Vietnam, von Reisfeldern umgeben, bildschön am Thu-Bon-Fluss, der sie mit dem nahen Meer verbindet. Die Kleinstadt war einst eine Station der „Seidenstraße des Meeres“, über 2000 Jahre reichen ihre Ursprünge zurück.

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Schon als vom 04.- 10. Jahrhundert in Zentral-Vietnam das Reich der Cham blühte, ankerten hier Segler aus Arabien und Persien, aus Indien und China. Seine Blütezeit erlebt der Hafen vom 16. bis 19. Jahrhundert, als sich immer mehr japanische, vor allem chinesische Seefahrer niederließen. Sie handelten mit hochwertiger Seide, mit Porzellan, Lacken und chinesischer Medizin. Schiffe aus Portugal, Holland, Indien, Siam, England und Frankreich liefen den kleinen, aber legendären Umschlagplatz an. Hoi An war auch der Hafen der Ngyuen-Kaiser, die im 150 km entfernten Hué residierten.

Hoi An 4Dann versandete der Thu-Bon-Fluss und das nahe Danang übernahm die Rolle und Funktion Hoi Ans in der Neuzeit. Hoi An fiel in eine Art Schönheitsschlaf, der den Vietnamkrieg sowie die harten sozialistischen Jahre überdauerte und aus dem das Städtchen erst in den 90er- Jahren durch den Weckruf des Tourismus erwachte.

So reihen sich bis heute die lang gestreckten alten Händlerhäuser am Flussufer und in den malerischen Gassen, zwischen Tempeln, Pagoden, Schreinen. In Architektur und Kultur mischen sich vietnamesische mit japanischen und vor allem chinesischen Traditionen. Fünf chinesische Versammlungshallen reihen sich mit ihren Tempeln an der Hauptstraße. Dort gedenkt man bis heute jener ersten Seefahrer, die einst aus Südchina kommend, in Hoi An landeten. Und man opfert Tien Hau, der (chinesischen) Schutzgöttin der Seefahrer.

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In Hoi An (d.h. „friedvoller Treffpunkt“) glaubt man sich in alte Zeiten zurückversetzt, um sogleich durch knatternde Mopeds und klingelnde Rikschas aufzuwachen. Laut, lärmend und quirlig ist der alte Markt am Fluss. Er zählt zu den lebhaftesten Vietnams. Faszinierend, wie das geschäftige, knallbunte und doch völlig normale vietnamesische Alltagsleben in den historischen Gassen spielt. Das macht den Charme der Stadt aus.

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Da die Bevölkerung sehr arm ist, bieten sich die Vietnamesen auch gern für ein Foto an. Gegen ein kleines Trinkgeld lassen sich dann schöne Fotos schießen.

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Die Highlights der Altstadt sind die prachtvollen chinesischen Verbindungshäuser und Tempel aus dem 18. Jahrhundert, die japanische Brücke von 1763 und die liebevoll restaurierten Geschäfts­häuser – allesamt auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Auch wenn die Stadt und ihre historischen Gebäude wie ein Freiluftmuseum anmuten, gehen die Bewohner Hoi Ans ihrem normalen Alltag nach.

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Die 18 Meter lange, überdachte Tempelbrücke hat einst das chinesische mit dem japanischen Viertel verbunden. Das heutige Wahrzeichen von Hoi An, 1763 erbaut, ist eines der ältesten Gebäude der Stadt (die erste Brücke an dieser Stelle stammte bereits von 1595!). Der Tempel ist einer taoistischen Gottheit gewidmet, die die Stadt vor Fluten und Erdbeben beschützen soll. Leider wird Hoi An bis heute immer wieder vom Hochwasser heimgesucht, zuletzt im Herbst 2009.

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Für die meisten Sehenswürdigkeiten benötigen Besucher das „Hoi An Old Town Ticket“. Im Ticketpreis von 90.000 Dong sind der Besuch eines Wohnhauses, einer Versammlungshalle, eines Museums, eines Tempels und der traditionellen Werkstatt enthalten. Um mehr Gebäude zu sehen, muss man entsprechend weitere Tickets kaufen. Tickets sind an den braunen Tickethäuschen an den Zugangsstraßen zur Altstadt erhältlich.

Die Einwanderer früherer Zeiten kamen aus den südostchinesischen Provinzen Fujian, Guangzhou (Kanton), Hainan, Chaozhou und Hakka. Anfangs trafen sie sich in der Versammlungshalle der chinesischen Vereinigungen, mitten in der zentralen Hauptstraße Doung Tran Phu in der Altstadt gelegen. Dann bauten sie im 18. und 19. Jahrhundert in der gleichen Straße für ihre regionalen Vereinigungen eigene Versammlungshäuser (hoi quan). Sie haben verzierte Eingangstore, ruhige Innenhöfe mit Steingärten und Statuen sowie Tempel mit Altären und Götterbilder aus filigranen Schnitzarbeiten. Die größte Versammlungshalle, gebaut von den Fujian-Chinesen, wurde bis in die 1970er Jahre immer wieder ausgebaut und modernisiert.

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Hoi An verfügt über mehrere Tempel, teilweise gut erhalten, teilweise sehr verfallen. Die gesamte Stadt ist sehr gut zu Fuß abzulaufen. Am Fluss wirkt die Stadt mit ihren Farben besonders schön.

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Neben der japanischen Brücke ist Quan Cong der sehenswerteste Tempel in Hoi An. Das 1653 gegründete Gebäude mit dem markanten, bunt verzierten roten Eingangstor befindet sich ebenfalls mitten in der Doung Tran Phu. Der Tempel ist dem chinesischen General Quan Cong gewidmet, der in Vietnam als Schutzgott fungiert. Nördlich der Altstadt befindet sich mit der mehrstöckigen Chuc Thanh Pagode von 1454 der älteste Tempel der Stadt.

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Die Straßenzüge der Altstadt sind voller kleiner Cafés, Restaurants und Kneipen. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei: Gehobene Restaurants in historischen Gebäuden mit liebevoll angelegten Gärten, gemütliche Lokale, schicke bunte Bars, einfache Eisdielen und eine ganze Reihe Kochschulen, die die Zubereitung der lokalen Spezialitäten vermitteln.

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Mitten im Ort, genau am Parkplatz ist noch der alte Brunnen in Takt. Dort ist gerade in der Mittagszeit ein Treffpunkt der Einheimischen. Der Trubel rund um den Markt lässt erahnen, was dort den Tag über los ist.

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Die Stadt ist insgesamt sehr beeindruckend. Uns hat es besonders gut gefallen. Das Wetter war super, wir hatten über 30 Grad. Wenn wir wieder in dieser Gegend sind, werden wir Hoi An noch einmal einen Besuch abstatten.

Zum Sonnenuntergang haben wir den Hafen von Da Nang verlassen und konnte an Deck noch schöne Fotos vom Sonnenuntergang machen.

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Somit ging ein toller Tag in Vietnam zu Ende und wir haben heute noch schöne Erinnerungen an diesen Aufenthalt.

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2 Kommentare zu “Da Nang – Hoi An

  1. P.Borowsky sagt:

    Toller Bericht!

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