Muscat

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13. März 2011 von Meeresbrise


Muscat, 1. Tag – ein Erlebnis wert

Der 2. Tag unserer Kreuzfahrtreise führte uns nach Muscat, im Oman. Bereits das Einlaufen des Schiffes war sehenswert, da wir es hier nicht mit einem üblichen Containerhafen zu tun hatten. Vom Schiff aus hatten wir einen wunderbaren Blick auf die Corniche, welche sich 6 km lang an der Küste erstreckt und bereits einen schönen Blick auf Muscat und Muttrah frei gibt.

Für diesen Tag haben wir von zu Hause aus einen Mietwagen bestellt, da wir auch hier die Landschaft auf eigene Faust erkunden wollten. Gerade von Bord gegangen, bekamen wir Hilfe von einem sehr netten Einheimischen, welcher sich nach unserer Planung erkundigte. Nachdem er erfahren hat, dass wir einen Mietwagen – jedoch leider ohne Hafenzustellung – bestellt haben, nahm er sofort den Hörer in die Hand und telefonierte mit der Mietwagengesellschaft um eine Hafenzustellung zu ermöglichen (diese wurde uns vorab von Deutschland aus abgelehnt). Wenige Minuten später bestätigte er uns, dass eine Hafenzustellung erfolgen wird und der Wagen in den nächsten 5 Minuten eintreffen würde. Nachdem nach einer ¼ Std. noch immer kein Wagen in Sicht war, half ein Taxifahrer weiter, der den Wagen bei der Gesellschaft erinnerte. Nach einem weiteren 3. Anruf eines weiteren Taxifahrers  und einer geschlagenen Stunde Wartezeit war er endlich da: unser Wagen, ein Nissan Pathfinder mit Allrandantrieb. Das Warten hat sich jedoch gelohnt, da die Fahrt zur ca. 20-25 km entfernten Mietstation teuer gekommen wäre, denn die Taxikosten im Oman sind im Vgl. zu Dubai teuer.

Unser Fazit: die Omanis sind sehr freundlich und hilfsbereit und dabei absolut nicht aufdringlich.

Los ging´s anschließend in Richtung Qyriat, da wir die Küstenstraße entlang Richtung Sur fahren wollten. Anhand einer Karte und unterwegs einmal nachfragen haben wir auch sehr schnell die richtige Verbindung gefunden. Die Straßen im Muscat sind auf dieser Strecke sehr gut ausgebaut und die Landschaft – Berge ohne Ende – wunderschön anzusehen.

Wenn man die Augen aufhält, findet man rechts und links am Wegesrand auch frei laufende Esel oder Kamele, die durch die Berglandschaft traben. Selbst Ziegen auf der Autobahn sind keine Seltenheit, die von einer Omani-Frau von der Fahrbahn gerufen wurden. Bei Qyriat sind wir von der Autobahn abgefahren um über die Küstenstraße das Land näher in Augenschein nehmen zu können. Hier findet man sehr ursprüngliche Orte, in denen Ziegen die Landschaft prägen. Auch hier sind die Menschen sehr freundlich und haben uns fröhlich zugewinkt. Deutlich wird hier aber auch, dass im Gegensatz zu Muscat die Menschen sehr arm sind. Hier lebt man in einer anderen Welt. Die Häuser sind viel einfacher, die Landschaft sehr trocken (keine gepflegten Grünflächen), Schotterwege und absolut nicht mit Muscat zu vergleichen.  Auch dies war eine Erfahrung für uns Wert, die wir nicht missen möchten.

Nach ca. 250 km Fahrt haben wir den Wadi Shab erreicht: ein ausgetrocknetes Flussbett mit grünen Palmenoasen und kleinen Wasserbetten, in denen entweder Trinkwasser gewonnen wird oder ein erfrischendes Bad in türkisfarbenem Wasser Erfrischung verspricht. Um den Wadi zu finden muss man die Augen gut offen halten, da hier nur wenig ausgeschildert ist und man sich die Wege suchen muss. Am Wadi Shab angekommen erfuhren wir, dass man ca. 2,5 bis 3 km in den Wadi herein wandern muss, um zu den Wasserbecken und den Wasserfällen zu gelangen, in denen man schwimmen kann. Ein Tipp für alle Reisende: hier benötigt man gutes Schuhwerk, da man über sehr viele Felsen klettern muss, ausreichend trinken in der Hitze und eine gute Kondition. Man verschätzt sich schnell, was wir aus eigener Erfahrung mitteilen können. Wenn man krank und angeschlagen ist, sollte man sich gut überlegen den Weg anzutreten. Ein Besuch des Wadis können wir nur empfehlen, an den Wasserbecken angekommen hat man einen wundervollen Blick auf die türkisfarbenen Wasserbecken und jede Anstrengung ist vergessen.

Auch unterwegs sind die gigantischen Felswände sehr beeindruckend und durch die Sonne und Schatten bekommt man in Verbindung mit den grünen Palmenoasen eine wunderschöne Landschaft zu sehen, die sich auf jeden Fall lohnt und man so schnell nicht wieder vergisst!

Übrigens ist am Eingang des Wadis eine Aufsichtsperson stationiert. Wir haben uns mit dem Mann kurz unterhalten. Seine Aufgabe dort ist, Personen per Boot aus dem Wadi heraus zu holen, da ab 17.30 Uhr das Meer am Anfang des Wadis rein läuft und das letzte Stück Rückweg dann nicht mehr trockenen Fußes bis zum Auto erreicht werden kann. Auch hier geben wir den Tipp, rechtzeitig den Rückweg aus dem Wadi anzutreten bevor es dunkel wird. Im Dunkeln hat man keine Chance mehr aus dem Wadi heraus zu finden, weil es unmöglich ist, unverletzt über die Felsen im Dunkeln zurück zu klettern und einen passierbaren Weg zu finden.

Nach weiteren 250 km Rückweg kamen wir geschafft, aber glücklich am Schiff an und haben einen eindrucksvollen Tag erlebt, der uns lange in Erinnerung bleiben wird.

Muscat, 2. Tag –  alles Gold was glänzt

Auch der 2. Tag im Muscat begrüßte uns morgens mit herrlichem Sonnenschein und im Tagesverlauf mit 29 Grad – da kann man es sich gut gehen lassen.

Da wir unseren Mietwagen erst gegen 11 Uhr abgeben mussten, haben wir die Zeit genutzt durch Muscat und Muttrah  zu fahren. Unser Weg führte uns entlang der Corniche, die sehr gepflegt und detailverliebt angelegt ist. Viele bunte Blumen und Wasserspiele verzaubern das Landschaftsbild. Auf dem Weg zum Sultans-Palast kamen wir im Finanz- und Regierungsviertel vorbei. Hier findet man auch noch eine alte Burg, welche vom Militär genutzt wird. Rings um Muttrah und Muscat findet man in den Bergen auch noch weitere alte Wachtürme, die offenbar (teilweise) vom Militär noch genutzt werden.

Als erstes gelangten wir an die Rückseite des Sultan-Palastes, welcher auch hier in seinen bunten und goldenen Fassaden erstrahlt und direkt an einem Hafen grenzt. Bereits von hier aus ist erkennbar, dass es sich um ein imposantes Gebäude handelt, womit  sich der Sultan einen weiteren Herrschaftssitz geschaffen hat.  Die Vorderseite des Gebäudes mit dem großen Vorplatz und den anschließenden Regierungsgebäuden spiegelt jedoch erst die ganze Präsenz des Vermögens wieder.

Eine sehr gepflegte Gartenanlage umrahmt den gesamten Komplex. Hier erlebt man auch, wie spielende Kinder über den Rasen „schweben“, denn offenbar haben sie einen solchen Rasen in ihrem Leben zuvor noch nicht gesehen und betreten.

Auch entlang der Corniche und im Ort selbst wird deutlich, dass es sich um den Wohnort des Sultans handelt. Nicht nur, dass er eine große Jacht im Hafen liegen hat, auch die gesamte Promenade ist mit vielen Details, Granitstatuen und Marmorplatten sehr gepflegt angelegt worden bis hin zu goldenen Straßenlaternen. Dies kann man am besten mit einem Spaziergang entlang der Corniche bestaunen.

Dabei lohnt auch ein Abstecher zum Souk, der hier bereits sehr auf Touristen ausgelegt ist. Wer schöne Stoffe oder auch die typischen arabischen Lampen sucht, ist hier gut aufgehoben.

Nicht verpassen sollte man auch den Besuch des Fischmarktes, dieser befindet sich direkt neben dem Eingang des Hafens. Aber Achtung: wer kein Blut sehen kann und Wert auf Sauberkeit legt, ist hier fehl am Platz. Hygienevorschriften a` la Deutschland sucht man hier vergeblich. Die Fische werden direkt vor Ort ausgenommen, von Schuppen befreit und portioniert. Anschließend tragen die Einheimischen ihre Errungenschaft in schwarzen Plastiktüten durch die Sommerhitze nach Hause. Aber auch dies zu sehen, ist ein Erlebnis wert. Übrigens kommt man am Eingang des Fischmarktes an einer Fleischerei vorbei, die ein ähnliches Bild bietet.

Als letztes haben wir uns für diesen Tag den Besuch der Moschee, die man sich unbedingt anschauen muss, aufgehoben. Bei dieser handelt es sich um eine der schönsten um imposantesten Moscheen. Wer die Moschee von innen besuchen möchte, kann dies nur morgens von 8 bis 11 Uhr tun, da sie ansonsten für Touristen zum Schutz der Gläubiger geschlossen ist. Da wir es am Morgen wegen der Rückgabe des Mietwagens nicht geschafft haben, die Moschee zu besuchen, wollten wir diese wenigstens von außen betrachten. Allein das ist schon ein Besuch wert. Eine sehr große Anlage, überall Marmor soweit das Auge reicht, die Sonne spiegelt sich in den Platten. Ringsherum findet man auch hier eine wunderschöne Gartenanlage – so mancher Hobbygärtner träumt davon, einen solchen Rasen zu besitzen.

Wunderschöne Kuppeln und Bögen runden das Bild der Moschee ab. Besucher haben uns erzählt, die Moschee sei schöner anzusehen als das Taj Mahal.

Nach dem Besuch der Moschee hieß es langsam Abschied nehmen von Muscat. Um den Oman zu erkunden braucht man nach Auskunft der Omanis ca. 5-6 Tage, um die Hauptsehenswürdigkeiten erleben zu können.  Das Land ist sehr groß und bietet viele Möglichkeiten. Wer einen längeren Aufenthalt plant, sollte sich unbedingt einen Mietwagen nehmen, da hier schnell große Distanzen zurück gelegt werden können.

Reichlich Zaungäste verabschiedeten uns mit der Billiance of the seas und versuchten noch schnell ein Foto von dem fantastischen Schiff zu schießen:

Als wir dann abends aus dem Hafen ausgelaufen sind hat der Kapitän noch eine große Schleife um Muscat gemacht, so dass wir den Palast des Sultans noch einmal beleutet sehen konnten. Die Kulisse ist beeindruckend.

Muscat, wir sehen uns bestimmt wieder………………

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Ein Kommentar zu “Muscat

  1. germanicus84 sagt:

    Hallo, ich war im Februar mit Mein Schiff 2 auf der Route „Dubai & Orient“ unterwegs. Auf dieser Route hielten wir auch in Muscat. Meiner Meinung nach ist es der schönste Hafen auf der Route, denn Dubai, Abu Dhabi und Bahrain sind quasi reine Containerhäfen, die künstlich irgendwo angelegt sind. Wie Muscat, so ist auch der Hafen ursprünglicher, was mir sehr gut gefallen hat. Auch der Souk war klasse. Besser als in Dubai, wo einem gefälschte Uhren, Taschen etc. im Minutentakt angeboten werden. In meinem Blog habe ich auch einen Reisebericht zusammengestellt. Dort habe ich auch einige Informationen zu den Shuttlebussen zusammengestellt. In Muscat bspw. fährt er vom Schiff zum Hafentor. Von dort kann man wunderbar an der Promenade entlanglaufen oder zum Mutrah Souk gehen.

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